
RSM Ebner Stolz Taxomat: Erwartungen der Nutzer an die künftige Steuerpolitik
Deutschland hat gewählt. Nun beginnt die spannende Phase der Regierungsbildung, in der die Weichen für die zukünftige politische Ausrichtung des Landes gestellt werden. Welche steuerpolitischen Erwartungen die mehr als 2.300 Nutzerinnen und Nutzer des RSM Ebner Stolz Taxomats an die neue Bundesregierung haben, haben wir für Sie zusammengestellt.
In den letzten Wochen konnten Wählerinnen und Wähler mit dem RSM Ebener Stolz Taxomat anhand von 15 ausgewählten Fragen die eigenen steuerpolitischen Vorstellungen mit den Wahlprogrammen der Parteien vergleichen. In diesem Beitrag werfen wir einen Blick auf die mehr als 2.300 gesammelten Antworten und die daraus ableitbaren steuerpolitischen Trends und Wünsche.
Steuerpolitische Maßnahmen in Bezug auf Unternehmen
Senkung der Unternehmenssteuern
Mit einer Steuerbelastung bei Kapitalgesellschaften von ca. 30 % (Körperschaftsteuer (inklusive Solidaritätszuschlag) und Gewerbesteuer) ist die Unternehmenssteuerbelastung in Deutschland vergleichsweise hoch gegenüber vielen deutschen Nachbarstaaten und G7-Staaten. 63 % der Taxomat-Nutzer sind für eine Senkung der Unternehmenssteuerbelastung. Für die komplette Abschaffung des Solidaritätszuschlags sprechen sich 72 % der Taxomat-Nutzer aus.

Verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten
Um Investitionen und das Wirtschaftswachstum zusätzlich anzuregen, wird neben der Senkung von Unternehmenssteuern auch eine Verbesserung der Abschreibungsregeln vorgeschlagen. 85 % der Nutzer des Taxomats befürworten verbesserte Abschreibungsbedingungen.

Investitionsprämie
Eine ähnliche Wirkung wie Abschreibungserleichterungen hat die von einigen Parteien vorgeschlagene Investitionsprämie von 10 % der Anschaffungssumme. Diese wird allerdings nur knapp mehrheitlich von 51 % der Taxomat-Nutzer befürwortet, während 18 % der Investitionsprämie neutral gegenüberstehen.

Verbesserte Verlustverrechnung
Unternehmen können ihre Verluste nur in beschränktem Umfang vor- und rücktragen und damit steuerlich nur zeitlich gestreckt nutzen. Um die Verlustnutzung zu erleichtern, wird diskutiert, den Verlustrücktrag auszuweiten und die Beschränkung des Verlustvortrags durch die Mindestbesteuerung gänzlich abzuschaffen. Eine Verbesserung der Verlustnutzungsmöglichkeiten befürworten die Taxomat-Nutzer mit verhaltenen 56 % und 20 % stehen dieser Frage indifferent gegenüber.

CO2-Abgabe
CO2-Steuer wird bei klimaschädlichen Brenn- und Kraftstoffen fällig, etwa Erdgas, Heizöl, Benzin oder Diesel. Die Abgabe wird von den Unternehmen gezahlt, die diese Brennstoffe in Verkehr bringen. Die Kosten werden i. d. R. an die Endverbraucher weitergegeben. 56 % der Taxomat- Nutzer befürworten den Erhalt der CO2-Abgabe als Instrument zum Klimaschutz.

Steuerpolitische Maßnahmen in Bezug auf private Haushalte
Anpassung der Einkommensteuerbelastung an die Inflation
Inflationsbedingte Gehaltserhöhungen können zu einer höheren Steuerbelastung führen (sog. „kalte Progression“). Bislang werden die Eckwerte im Einkommensteuertarif jedes Jahr aufs Neue manuell festgelegt, die der kalten Progression Einhalt gebieten sollen, was ein regelmäßiges Handeln des Gesetzgebers erforderlich macht. 72 % der Taxomat-Nutzer befürworten, dass die Einkommensteuerbelastung automatisch an die Inflation angepasst werden sollte.

Spitzensteuersatz erst ab höherem Einkommen
Der Spitzensteuersatz in der Einkommensteuer greift seit 2025 ab einem zu versteuernden Einkommen von 68.481 Euro. 80 % der Taxomat-Nutzer sind der Meinung, dass der Spitzensteuersatz erst bei noch höherem Einkommen greifen sollte.

Reform des Ehegatten-Splittings
Verheiratete Ehepaare können mit dem Ehegattensplitting Steuern sparen, wobei der steuerliche Vorteil umso höher ausfällt, je ungleicher die Ehegatten zum Einkommen des Haushalts beitragen. Aktuelle Reformvorschläge sehen eine Individualbesteuerung mit übertragbarem Grundfreibetrag vor, d. h. ein nicht ausgeschöpfter Grundfreibetrag könnte auf den anderen Partner übertragen werden. Hier sind die Meinungen der Taxomat-Nutzer weniger deutlich: 51 % der Taxomat-Nutzer sprechen sich für eine Reform aus, während 21 % dieser Frage neutral gegenüberstehen.

Steuerfreie Mehrarbeit
Die Frage, ob Mehrarbeit dadurch attraktiver gemacht werden soll, dass Zuschläge für Überstunden von der Lohnsteuer befreit werden, bejahen 71 % der Taxomat-Nutzer.

Steuerentlastung für das Familienheim
79 % der Taxomat-Nutzer befürworten, dass Familien beim Ersterwerb einer privaten Wohnimmobilie von der Grunderwerbsteuer entlastet werden sollten.

Abgeltungssteuer für Einkünfte aus Kapitalvermögen
57 % der Nutzer des Taxomats sprechen sich für eine Beibehaltung des pauschalen Abgeltungsteuersatzes i. H. v. 25 % auf Zinsen und Dividenden aus. Lediglich 33 % würden eine Rückkehr zum progressiven Einkommensteuertarif befürworten.

Steuerentlastung für Grundnahrungsmittel
Großer Zustimmung mit 85 % unterliegt der Vorschlag, dass Grundnahrungsmittel mit einem ermäßigten Mehrwertsteuersatz besteuert werden sollten.

Steuerpolitische Maßnahmen in Bezug auf Vermögen
Erbschaftssteuerliche Begünstigung von Betriebsvermögen
Unter gewissen Voraussetzungen ist Betriebsvermögen weitestgehend (85 %) oder sogar vollständig von der Erbschaftssteuer befreit. Im Bundestagswahlkampf wurde zwar nicht die Streichung der Begünstigungen für Betriebsvermögen insgesamt, allerdings mehrfach vor dem Hintergrund sozialer Gerechtigkeit eine Einschränkung der erbschaftsteuerlichen Begünstigung großer Betriebsvermögen gefordert. Die Taxomat-Nutzer lehnen dies jedoch mit 48 % ab, während 42 % erbschaftsteuerliche Verschärfungen befürworten würden.

Vermögensteuer
Die Vermögensteuer wird seit 1997 in Deutschland nicht mehr erhoben. Die Wiedereinführung insbesondere für sehr große Vermögen wird zunehmend diskutiert, um die Staatsfinanzen zu sanieren. Die Meinungen der Nutzer des Taxomats sind hier weniger eindeutig: 49 % sind gegen eine Wiedereinführung der Vermögenssteuer, 44 % befürworten eine Wiedereinführung für sehr großes Vermögen.

Fazit
Zahlreiche steuerpolitische Maßnahmen stehen im Raum - die Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger an die künftige Steuerpolitik sind entsprechend hoch. Die Auswertung des RSM Ebner Stolz Taxomats zeigt eine grundsätzliche Präferenz der Nutzer für steuerliche Erleichterungen, sowohl für Unternehmen als auch für private Haushalte. Im Gegensatz dazu besteht bei steuerpolitischen Maßnahmen, die das Vermögen betreffen, ein geteiltes Meinungsbild. Es bleibt abzuwarten, ob und inwiefern dieses Stimmungsbild durch die neue Bundesregierung umgesetzt wird. Jedenfalls ist auf eine schnelle Regierungsbildung zu hoffen, die die steuerpolitischen Herausforderungen zügig angeht und so die schwächelnde deutsche Wirtschaft wieder ankurbelt.
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